Aktuelles

Vielen wird "Close-Loop" noch nichts sagen aber es ist schon seit vielen Jahren das erklärte Ziel in der Diabetes Therapie. Man könnte Close-Loop auch als technische Beta-Zelle bezeichnen, also eine Zusammenführung von Insulinpumpe und Blutzuckermessung die automatisch handelt - sprich die Pumpe gibt Insulin ab an Hand des aktuellen Glucosewertes.

Dies war also Thema eines Vortrages der "Arbeitsgemeinschaft Diabetologische Technologie" der DDG. Es wurden unter anderem aktuelle Ergebnisse aus Studien vorgestellt die mit der Paradigm Veo (Medtronic) durchgeführt wurden. Dies ist die erste Pumpe, welche in Kombination mit der kontinuierlichen Glucosemessung (CGMS) eine Hypo-Abschaltung hat. Bei Unterschreitung eines festgelegten Wertes warnt die Pumpe mit einem Hypo-Alarm, wird auf diesen nicht reagiert, schaltet die Pumpe für 2 Stunden die Basalrate ab. Danach wird 4 Stunden Insulin gegeben, sollte der Wert sich nicht gebessert haben und immer noch unter der Hypogrenze liegen wird wieder für 2 Stunden die Basalrate ausgesetzt. Die vierstündige Insulinversorgung ist notwendig das es sonst zu eine Hyperglykämie (Überzuckerungen) ggf. mit Ketonen kommen könnte. In den Studien zeigte sich das dies gut funktioniert und schwere Hypoglykämien (Unterzuckerungen) erfolgreich vermieden werden konnten.

Dies System ist der erste Schritt zum "Close-Loop". Es gab auch einen kleinen Ausblick wohin die Reise mit diesem System führen könnte. Der nächste Schritt wird sein das die Pumpe nicht auf den einzelnen gemessenen Wert reagiert, sondern auf Tendenzen und so pro aktiv. Diese Tendenzen kennt man schon vom CGMS mit den Pfeilen nach oben oder unten mit entsprechender Wertigkeit (einfacher Pfeil oder doppel Pfeil). So wird der Weg langfristig zu einem "Close-Loop" führen können.

Allerdings gibt es noch einen weiteren einschränkenden Punkt, die Wirkdauer der Insuline. Zwar sind die modernen Insulinanaloga sehr schnell Wirksam, also der Wirkeintritt ist schon nach wenigen Minuten, jedoch hält die Wirkung rund 3 Stunden an. Was eine aktive regulation durch ein CGMS erschwert da immer eine recht große Menge an wirkendem Insulin berücksichtig werden müsste. Hier wäre es erforderlich die Wirkdauer des Insulin zu reduzieren.

Man darf also gespannt sein wohin es technisch im Bereich der Pumpen und Messungen hingeht als auch in der Forschung in Sachen Insulin.

Ich habe mir heute Nachmittag einen Vortrag über Patch Pumpen oder, wie der Referent sie gerne bezeichnete, Klebepumpen.

Der Vortrag war sehr interessant. Der Referent berichtete über Erfahrungen mit den Klebepumpen, zukünftige Modelle etc.

Zunächst einmal zur Pumpenverteilung. In Deutschland bewegen wir uns auf mittelmäßigem Niveau, was die Pumpenbenutzung angeht. In Deutschland schätzt man, das etwa 20% der Diabetiker Pumpen verwenden, wobei man diese Zahl wohl kritisch betrachten muss, so dass es möglicherweise auch nur 15% sein könnten - in der Kinderdiabetologie ist diese Zahl natürlich weitaus höher. Großbritannien ist das krasse negativ Beispiel, dort benutzen lediglich etwa 3,9% der Diabetiker Insulinpumpen. Dies habe ich auch schon häufiger von Engländern gehört, dass es kaum möglich ist Pumpen zu bekommen. In Frankreich und Schweden bewegt man sich auf deutschem Niveau, dort haben so circa 15 - 20% der Diabetiker Insulinpumpen. In den USA gibt es am meisten Insulinpumpen, dort werden etwa 35% so behandelt.

Dies zu den grundlegenden Kennzahlen. Ursprünglich wurden, und werden eigentlich heute auch noch, die Pumpenträger mit den herkömmlichen Insulinpumpen behandelt. Also mit einem kleinen Gerät in der Größe eines Handys, das das Insulin über einen kleinen Schlauch und einem Katheter subkutan injiziert. Nun kommen neue Pumpensysteme ins Spiel, von denen in Deutschland eigentlich nur Ypsomed (OmniPod) auf dem Markt vorhanden sind. Diese haben eigentlich nur einen Katheter, der auch ein kleines Insulinreservoir hat. Bedient wird dieser "Pod" von einer Art Fernbedienung.

In diesem Bereich gibt es viele (Start-Up) Unternehmen, die ebenso in diesem Bereich forschen und an dem Bau einer solchen Pumpe arbeiten, zu nennen sind insbesondere Medtronic, Accu-Chek und Cell Novo, daneben gibt es noch über 17 weitere Unternehmen. Accu-Chek ist hier vermutlich am weitesten, da sie das israelische Unternehmen Solo eingekauft haben.

Der Referent berichtete darüber, dass er diese Klebepumpen als eine der größten Innovationen, neben den Sensoren, der letzten Jahre sieht. Um seine Erfahrungen zu bestätigen hat er eine kleine Studie initiiert, um diese Erfahrungen zu überprüfen. Die Flexibilität bei der Auswahl der Kleidung wird gleich bewertet. Die Zufriedenheit bei der Handhabung beim Duschen wird bei den Klebepumpen etwas besser bewertet, allerdings sind diese Unterschiede nicht sehr signifikant. Die Zufriedenheit beim Schlafen wird bei den Klebepumpen durchaus als besser bewertet. Beim Sport hingegen liegen die herkömmlichen Pumpen leicht vorne, dies ist dem Umstand geschuldet, dass ein Probant große Probleme mit Schweiß hatte und die Pumpe dann nicht mehr richtig hielt. Der Nadeleinstich ist bei den Klebepumpen wohl deutlich einfacher in der Handhabung. Der Schmerz wird auch als durchaus kleiner bewertet, wobei die Daten auch belegen, dass der Schmerz bei herkömmlicher Anwendung auch nicht groß ist. Der Zeitaufwand beim Anbringen der Pumpe etc ist bei der Patch Pump, den Probanden nach, niedriger. Die Therapieflexibilität ist leicht besser bei den Klebepumpen, dies ist aber minimal. Bei der Wechselfrequenz wird die Klebepumpe jedoch als sehr schlecht bewertet, angeblich soll das Reservoir wohl bis zu drei Tage reichen, dies wäre bei mir allerdings nicht der Fall und darüberhinaus benutzen viele Diabetiker die Katheter länger als drei Tage. Das ist dem OmniPod nicht möglich. Außerdem wurde festgestellt, dass die Klebepumpe den Probanden mehr bewusst war, als die herkömmlichen Pumpen. Das führt der Referent einerseits darauf zurück, dass die Probanden gelernt hatten die herkömmlichen Pumpen gut zu verstauen, allerdings stellte er auch fest, dass beispielsweise bei einer schlanken Diabetesberaterin, die an der Studie teilnahm, zu jedem Zeitpunkt sichtbar war, dass sie eine Klebepumpe trug. Die allgemeine Zufriedenheit war etwa gleich hoch.

Das OmniPod System funktioniert den Erfahrungen des Referenten nach gut und sicher. Kritisch werden Umweltgesichtspunkte gesehen, da das System signifikant mehr Müll produziert und nicht über den Hausmüll entsorgt werden kann, da sich in dem System Batterien befinden. Man muss die verbrauchten Pods wieder einschicken. Die Klebefläche wird von einigen als zu groß bewertet, ebenso die Fernbedienung (PDM). Man kann die Pumpe auch nicht temporär ablegen, natürlich ist sie wasserdicht, man kann also schwimmen gehen, allerdings nicht in die Sauna, da das Insulin bei der Hitze an Wirksamkeit verlieren würde. Außerdem kann man nicht ohne den PDM Insulin abgeben und unter enger Kleidung sieht man die Klebepumpe leichter.

Allerdings erleichtert die Klebepunkte das Benutzen alternativer, schwerer erreichbarer Stellen. Dadurch, dass mehr Stellen zur Verfügung stehen könnte es sein, dass das Insulin besser aufgenommen wird.

Bei den Kosten stellte der Referent fest, dass die der Klebepumpe etwas höher sind, allerdings hat er nicht einen so signifikanten Unterschied errechnet wie wir. Insgesamt wurde das System aber als positiv beschrieben. Ich bin gespannt was in dem Segment noch passiert und wie die Systeme der anderen Hersteller funktionieren. Insbesondere das System von Accu-Chek soll im kommenden Jahr (2012) auf den deutschen Markt kommen.

Ein weiterer Vortrag - den ich selber nicht mehr besuchen konnte - am deutschschweizer Diabetikertag hielt Dr. Iselin über das Autofahren mit Diabetes.
Etwa vor einem Jahr konnte ich Dr. Iselin bereits seiner Präsentation zum Thema lauschen und auch Fragen stellen. Er war als Experte dabei um das "Merkblatt für Fahrzeuglenker mit Diabetes" auszuarbeiten welches es bei mir im Blog zum lesen gibt: http://www.klaeui-web.ch/2011/10/merkblatt-fur-fahrzeuglenker-mit-diabet...

Vom deutschschweizer Diabetikertag berichtet Andreas Kläui, Blogger bei http://www.klaeui-web.ch

In einem netten Gespräch haben wir heute eine neue Bezeichnung erfahren, der Elite Diabetiker.

Ich möchte an dieser Stelle nicht auflösen was sich hinter diesem Begriff verbirgt, denn nun dürft Ihr raten.

Es gibt auch eine Kleinigkeit zu Gewinnen. Wir verlosen einen "Unite for Diabetes" Kofferanhänger, damit findet ihr euren Koffer schnell auf jedem Gepäckband. Vielen Dank an die Deutsche Diabetes Stiftung für den Kofferanhänger.

Mitmachen könnt ihr ganz einfach, schreibt hier einen Kommentar mit euerer Antwort.

Ich bin gespannt :)

PS: Bitte vergesst nicht mind. eure E-Mail Adresse mit anzugeben (wird nicht veröffentlicht) damit wir euch falls ihr gelost wurdet auch benachrichtigen können.

Heute am Tag 2 der Herbsttagung in Berlin wollte ich kurz, für die Pumpenträger unter uns, über einen Katheter schreiben, nein eigentlich sind es zwei aber diese sind zum Verwechseln ähnlich. Es geht um den Insert(TM) II für die Animas mit Luer-Look Anschluss und den Mio von Medtronic für die Paradigm Pumpen.
Im Grund sind die beiden bis auf den Anschluss identisch, wenn wunderst auch den beide werden vom selben Hersteller Unomedical produziert welche wie u.a. auch das Quick-Set(R).

Also gibt es nun die farbigen Katheter (der Anschluss des Schlauchs ist in verschiedenen Farben erhältlich) für beide Anschlüsse, was durch aus positiv zu sehen ist.

Weitere Infos dazu folgen in Zukunft auf www.Diabetes-Index.de

Gerade waren wir recht lange am Stand von Johnson & Johnson und haben
mit einer Mitarbeiterin die Animas Vibe besprochen; eine der vier
Pumpen, die man seriöserweise in Betracht ziehen kann. Die Animas Vibe
unterscheidet sich in den Grundfunktionen nicht wesentlich von dem
Vorgänger, der Animas 2020. Sie hat als einzige Pumpe ein farbiges
Display, was den CGM Graphen in der Pumpe eindeutig zu Güte kommt. Die
weiteren Grundfunktionen unterscheidet sich nicht wesentlich von denen
der anderen Pumpen. Die Animas ist komplett wasserdicht man kann damit
ausdrücklich schwimmen und baden, ausdrücklich auch im Salzwasser!

Beachtenswert ist allerdings, dass die Animas eine von zwei Pumpen
ist, die CGM-fähig sind. Hierfür kommuniziert die Pumpe mit dem
Dexcom. Grundsätzlich scheint es ein Gutes vertrauenswürdiges Duo zu
sein, wobei dieser Eindruck nicht auf eigenen Tests beruht, sondern
auf den Proben mit Dummies. Mir gefällt sie persönlich so schon ganz
gut.

Die Kosten sind ähnlich wie bei Medtronic.

Live von der Herbsttagung aus Berlin.

Prof. Zumsteg zeigt uns verschiedene Studien mit vergleichen von ICT, Pumpentherapie ind sensorunterstützten Pumpentherapien an Kindern. Für Erwachsene könne man die Resultate davon etwa 1-zu-1 übernehmen.

Folgende Eckdaten find ich persönlich interessant und wichtig:
- Einen guten HbA1c-Wert liegt bei 7.0%!

- Um diesen nicht mit Hypoglykämien zu erreichen ist es am einfachsten diesen mit einer Pumpe zu erreichen.

- Mit häufigeren Bolusabgaben (in kleineren Mengen) ist das einfacher.

- Mit einer sensorunterstützten Pumpe, welche von der Krankenkasse in der Schweiz ab einem HbA1c von 8% übernommen werden sollte - was natürlich unfair gegenüber den besser eingestellten ist - ereicht man deutlich bessere Werte als mit einer herkömmlichen Pumpe.

Vom deutschschweizer Diabetikertag berichtet Andreas Kläui, Blogger bei http://www.klaeui-web.ch

Prof. Donath bezeichnet den Diabetes als Epidemie. Alle 7 Sekunden stirbt ein Mensch daran, zu 80% Betroffene aus Schwellenländer.

Weiter Vortragspunkte sind:

- Das Essen ist was Gutes und man soll Freude daran haben. Darum sollen übergewichtige Menschen dazu animiert werden gesunde Nahrungsmittel zu essen.

- Bei neuen Gebäuden findet sich die Rolltreppe/der Lift schneller als das Treppenhaus. Wenn hingegen die Treppe im Zentrum steht suchen Menschen mit gesunden Beinen den Lift gar nicht.

- Ausdauersport und Krafttraining sollen Diabetikernkombiniert ausüben.

- [...]
Musste die Aula verlassen. 30 Minuten mit ca. 200 Menschen im selben Raum ohne Lüftung ist nicht zumutbar...

Vom deutschschweizer Diabetikertag berichtet Andreas Kläui, Blogger bei http://www.klaeui-web.ch

Im Univeritätskinderspital beider Basel findet der deutschschweizer Diabetestag statt. Es sind mehr interessierte Menschen anwesend als von den Organisatoren gedacht, so dass viele in der Aula stehen müssen um die Einstiegsrede zu hören.

Vom deutschschweizer Diabetikertag berichtet Andreas Kläui, Blogger bei http://www.klaeui-web.ch

Seiten

Subscribe to Weltdiabetestag - Aktuelles